Andrea Milz persönlich
Mit 17 unternahm ich meine erste Reise: Das Geld hatte ich in den Sommerferien in einer Marmeladenfabrik verdient. Es ging nach Malaysia, wo es 1981 noch keinen Tourismus gab, die Hotels eher bescheiden waren und ein alleinreisendes Mädchen eine Sensation darstellte. Mit Rucksack und Optimismus unternahm ich meinen ersten Flug in einer Aeroflot-Maschine, erlebte dort alle Höhen und Tiefen und verlor in Kuala Lumpur nach zwei Tagen bereits meinen Reisepass. Da mich das alles nicht schrecken konnte, sind seitdem viele schöne Reisen quer durch Südostasien, Lateinamerika, Neuseeland, den Orient oder die USA zusammengekommen.
1998 lernte ich auf Hawaii dann auch den traditionellen Hula-Tanz kennen und in Ägypten Bauchtanz, was ich dann beides über Jahre zuhause zu wichtigen Bestandteilen meines Lebens gemacht habe. Soweit dies geht, versuche ich, ma Leben der Bewohner ferner Welten teilzunehmen: als Teepflückerin auf Sri Lanka, als Opalschürferin in Australien, als Arbeiterin in einer Goldmine in Peru oder als Fischerin im Amazonasgebiet.
 In der Freizeit bestimmt heute Sport den größten Anteil meiner Zeit: Kraftsport, Ausdauertraining, Beweglichkeit - sie halten für mich Körper und Seele zusammen! Inzwischen habe ich die B-Lizenz für den Fitnessbereich erworben; hinzu kommen Ausbildungen für Indoor-Cycling und Kraft-Ausdauertraining mit Langhanteln (Hot Iron); zwei Stunden pro Woche habe ich Freude daran, diese beiden Arten von Gruppentraining in Bad Honnef zu unterrichten. Beim Spinning sind wir eine feste Truppe, die bis zu 8-stündige Marathons gemeinsam fährt und manchmal erleidet…
Neuem immer aufgeschlossen, habe ich noch während meiner Zeit bei der Post den ersten Kurs an der VHS Bonn besucht, der mich mit Sägen, Bohrmaschinen, Lötkolben und Feilen in Berührung brachte: In der Werkstatt sind hier unter Anleitung von Fachleuten Silberschmuckstücke entstanden, die von Kurs zu Kurs ausgefallener und schöner werden. Auch wenn Büromenschen zwei linke Hände gerne nachgesagt werden, freue ich mich selbst über Stücke mit kleinen Fehlern; sie sind schließlich in mühevoller Kleinarbeit entstanden, haben manchen Hammerschlag überlebt und führen nach den Wochenenden zu großer Zufriedenheit.
Mit 15 Jahren begann ich, Schach zu spielen. Als eins von fünf Mädchen in einer mathematisch-naturwissenschaftlich orientierten "Jungenklasse" musste man einiges tun, um mithalten zu können. Das fing an mit Skatspielen, ging über das Interesse für schnelle Autos und die Formel 1 und endete beim Schachspiel - mit Zufriedenheit stellte ich fest, dass die Jungs hier durchaus zu schlagen waren. In Niederdollendorf am Rhein gab es vor 30 Jahren eine Freizeitschachanlage, die von aktiven Vereins-mitgliedern am Wochenende bespielt wurde. Hier konnte ich die ersten Kontakte knüpfen und meine schachliche Laufbahn beginnen. Schülermeisterin, Teilnehmerin bei den NRW -Mädchenmeisterschaften und später bei den NRW-Damenmeisterschaften waren einige Stationen. Bei den Mannschaftswettkämpfen habe ich es einmal bis zur Verbandsliga gebracht. Heute bin ich aufgrund meiner Wochenendtermine inaktives Mitglied bei einem Verein namens "Empor Maulwurf" in Bonn.
Nicht zuletzt wenigstens erwähnen will ich meinen Handarbeitstick, den alle, die mich kennen, sicher schon bemerkt haben: alles, was es nicht im Laden zu kaufen wird, entsteht an der eigenen Nähmaschine oder mit Stricknadeln: der begehbare Kleiderschrank umfasst inzwischen mehr als 330 selbst genadelte Pullover und Zubehör ...
... tja, wie schade nur, daß die Tage nicht verlängert werden können!!
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