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„Kinderstuben der Demokratie“ – erfolgreiches Modellprojekt „Kinder gestalten aktiv ihre Lebenswelt“ in Nordrhein-Westfalen fortführen!
Sehr geehrte Damen und Herren, für die Vermittlung von Demokratie ist es nie zu früh! Wer früh lernt, seine Meinung zu sagen, wird auch später sein Umfeld aktiv gestalten wollen. Das ist die Grundidee des zunächst in Schleswig-Holstein entwickelten Konzepts „Kinderstube der Demokratie“, das Partizipation von Kindern zur alltäglichen Selbstverständlichkeit in den beteiligten Kindergärten werden lässt. Es war die Idee der CDU-Landtagsfraktion, die im Juni 2008 in einem Antrag aufgefordert hatte, dieses erfolgreiche Modellprojekt auch in Nordrhein-Westfalen zu initiieren. Von 2009 bis 2010 wurde daraufhin das Modellprojekt „Kinder gestalten aktiv ihre Lebenswelt“ in sieben nordrhein-westfälischen Kindertagesstätten umgesetzt. Mit Erfolg, wie die Praxis zeigt! In den Modell-Kindertagesstätten zeigt sich, dass die Beteiligung von Kindern im frühen Alter möglich ist und wie eine solche Demokratiebildung durch Fachkräfte eröffnet und begleitet werden kann.Hiervon konnte ich mich dieses Jahr im Mai selbst bei einem Besuch der KITA „Fledermäuse“ in Hennef überzeugen. Erlebnisbericht - „Walderlebnispfad“ Frau Ministerin Schäfer: Wenn Sie am 10.9. die neuen Räume in der Kita am Pöppenteich einweihen, werden Sie ähnliche Erfahrungen machen: dort hat die Peter-Gläsel-Stiftung aus Detmold zusätzlich zu den vom Land geförderten Projekten in Eigeninitiave und mit großem Einsatz ebenfalls ein Modellprojekt finanziert, welches ich ebenfalls besucht habe. Die Erfahrungen der Modell-Kindergärten mit dem Projekt „Kinder gestalten aktiv ihre Umwelt“ zeigen, dass die Selbstbestimmungskompetenz auch noch sehr kleiner Kinder bislang unterschätzt worden ist. Die Kinder in den „Kinderstuben der Demokratie“ haben die anfänglich neue Situation problemlos akzeptiert und entwickelten eine erstaunliche Bandbreite an Kompetenzen:
Die Kinder haben nicht nur demokratische Instrumente kennen gelernt, sondern nutzen sie aktiv und selbstverständlich für die Gestaltung ihrer Entscheidungsprozesse. Positiv wirkt sich die Partizipation der Kinder auch auf die Arbeit der Erzieherteams in den Kindertagesstätten aus, da sie hierbei die eigene pädagogische Praxis hinterfragen und ständig reflektieren müssen. Nicht zuletzt ist es auch gelungen, bei den Eltern Interesse und Verständnis für partizipatorische Prozesse und Methoden in den Kindertagesstätten zu wecken. Auch die Eltern profitieren von dem neuen Demokratiebewusstsein ihrer Kinder, die ihre Mitbestimmungs-Erfahrung mit nach Hause nehmen, um sie auf die Ebene der Familie zu übertragen. Trotz dieser Erfolgsgeschichte hat es den Anschein, dass das Modellprojekt „Kinderstube der Demokratie“ in NRW im Gegensatz zu Schleswig-Holstein ins Stocken geraten ist. Dies verwundert mich ein wenig, da im Jahr 2008 weder die Grünen noch die SPD im Ausschuss gegen die Initiierung dieses Projektes gestimmt haben. Ich darf die Äußerung von Frau Steffens aus dem Protokoll der Sitzung des Frauenausschuss vom 25. September 2008 zitieren, als der bereits erwähnte Antrag von CDU und FDP beraten wurde: „Es nütze nicht, ein gutes Modell zu schaffen, das positiv laufe, wenn es am Ende eingestellt und in die Schublade gelegt werde.“ Dieser Auffassung schließe ich mich an. NRW verfügt bereits über sieben Referenzeinrichtungen, die ihre Erfahrungen mit Partizipation an andere Einrichtungen weitergeben können. Daher fordern wir die Landesregierung mit unserem Antrag auf, das erfolgreiche Projekt „Kinder gestalten aktiv ihre Umwelt“ fortzuführen und die übrigen rund 12.500 Kindertagesstätten in NRW dabei zu unterstützen, den Modelleinrichtungen auf ihrem Weg zu „Kinderstuben der Demokratie“ zu folgen. Wir fordern die Landesregierung auf erstens die überörtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe mit der Ausschreibung und der Auswahl weiterer Projektteilnehmer zu beauftragen und die fachliche Unterstützung zu sichern, zweitens in eine zweite Phase des Modellprojekts einzutreten und die Schulung weiterer Multiplikatoren zu unterstützen, drittens partizipatorische Prozesse insbesondere im Bereich der Grundschulen durch ein „Curriculum des Übergangs Kita-Grundschule, zu fördern, und viertens den Aspekt der Beteiligung der Kinder an Bildungsprozessen mehr in den Fokus der Lehrer- und Erzieherausbildung zu rücken.
Für die Vermittlung von Demokratie ist es nie zu früh!
Ich freue mich auf die Diskussion im Ausschuss und danke für Ihre Aufmerksamkeit!
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Zuletzt geändert am: 20.07.2011 |