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Rede der Abgeordneten

Andrea Milz

am 24.2.2011 zum CDU-Antrag

"Frauenanteil in Führungspositionen des Landes Nordrhein-Westfalen erhöhen – Mentoring-Programm einführen"

Anrede,

Frauen stellen heute etwas mehr als die Hälfte der Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen. Im „Karriere-Oberhaus“ des öffentlichen Dienstes von NRW sind Frauen jedoch nach wie vor unterrepräsentiert!

Frauen sind unterrepräsentiert in Führungspositionen, bei Beförderungen und bei der Besetzung von Gremien auf Landesebene. Hier besteht eindeutig Handlungsbedarf!  Daran hat auch das Landesgleichstellungsgesetz bislang wenig geändert.

Wir wollen und brauchen eine konsequent gleichstellungsorientierte Politik!

Dafür sind weitere Instrumente der Frauenförderung notwendig.

Mentoring hat sich in den letzten Jahren als ein effektives Personalentwicklungsinstrument herausgestellt. Da liegt es nahe, Frauenförderung und Mentoring miteinander zu verbinden.

Ein Beispiel für ein erfolgreiches Mentoring-Programm ist das von der Vorgängerregierung initiierte Programm „Neue Wege in den Beruf“ für junge Frauen mit Zuwanderungsgeschichte, das bundesweite Anerkennung genießt. Das, Frau Ministerin Steffens, haben Sie uns erst kürzlich in ihrer Pressemitteilung vom 19. Februar bestätigt.

Die CDU-Landtagsfraktion begrüßt, dass Sie dieses Erfolgsmodell weiterführen und weiterentwickeln wollen.

Ein weiteres Beispiel für die erfolgreiche Verbindung von  Mentoring und Frauenförderung ist das Programm „KIM“, welches sich an weibliche Nachwuchskräfte aus kleineren und mittleren nordrhein-westfälischen Unternehmen richtet.

Kurzum: Mentoring als Frauenförderung ist eine Erfolgsgeschichte!

Mentoring ermutigt junge Frauen, ihre berufliche Karriere voranzubringen und sich für Führungsaufgaben weiter zu qualifizieren. Die weiblichen Nachwuchskräfte werden dabei über einen festgelegten Zeitraum von erfahrenen und erfolgreichen Führungskräften unterstützt und beraten.

Es profitieren beide Seiten:

Die Mentees profitieren von dem persönlichen Schatz an Erfahrung, Wissen und Fähigkeiten ihrer Mentorinnen und Mentoren.

Die Mentorinnen und Mentoren erhalten im Gegenzug neuen Input durch Ideen und kritische Fragen sowie durch konstruktive Auseinandersetzungen mit einer jüngeren, weiblichen Nachwuchsführungskraft.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Mentoring eignet sich auch als Instrument der Frauenförderung im öffentlichen Dienst. Auf kommunaler Ebene hat die Stadt Köln im Jahr 2008 ein Mentoring-Projekt für weiblichen Führungsnachwuchs in der Stadtverwaltung ins Leben gerufen.

Auf Landesebene gibt es in Niedersachsen bereits seit 2001 Mentoring-Programme für Frauen in obersten Landesbehörden mit dem Ziel, den Frauenanteil  in Führungspositionen durch geförderte Persönlichkeitsentwicklung zu erhöhen.

Ende des vergangenen Jahres startete dort schon das fünfte Mentoring-Programm für Frauen, an dem neun oberste Landesbehörden und die Staatskanzlei des Landes Niedersachsen teilnehmen.

Im Vordergrund des Programmes steht, das persönliche und fachliche Potential der Mentees sichtbar zu machen sowie Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen und zu fördern.

Zu dem Mentoring-Programm gehört auch die Teilnahme an von Mentees ausgewählten Seminaren für Theorie und Praxis.

Die eigenständige Erarbeitung eines Projekts und regelmäßige Supervisionstreffen dienen der Umsetzung des Erlernten und ermöglichen den Mentees, ihre Fähigkeiten sichtbar zu machen.

Ein Mentoring-Programm für weibliche Nachwuchs-Führungskräfte im öffentlichen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen fehlt bislang.

Wir fordern daher die Landesregierung dazu auf, ein solches Programm auf Landesebene ins Leben zu rufen, um den Frauenanteil in der Führungsebene des öffentlichen Dienstes in NRW zu steigern.

Wir fordern die Landesregierung dazu auf, für dieses Mentoring-Programm

  1. erstens einen Leitfaden für die teilnehmenden Mentees sowie für die Mentorinnen und Mentoren zu entwickeln,

  2. zweitens ein Bewerbungs- und Auswahlverfahren für die Teilnehmerinnen zu entwickeln sowie erfahrene und erfolgreiche Führungskräfte als Mentorinnen und Mentoren für dieses Projekt zu gewinnen,

  3. drittens durch Arbeitsfreistellungen für Fortbildungsmaßnahmen die Entwicklung eines Dienststellen übergreifenden Netzwerkes der Mentees untereinander durch gemeinsame Workshops und Infoveranstaltungen zu fördern, 

  4. und viertens das Mentoring-Programm mit eine Evaluationsstudie wissenschaftlich zu begleiten.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir erhoffen uns von einem solchen Mentoring-Programm eine gezielte Mobilisierung interner Potenziale und bislang verborgener Ressourcen. Kompetenzen von Mitarbeiterinnen sollen sichtbar werden und nicht zuletzt soll eine Veränderung in der Organisationskultur der obersten Landesbehörden in Gang gesetzt werden.

Wir haben heute die bestausgebildete Frauengeneration aller Zeiten.

Ein Mentoring-Programm für weibliche Nachwuchskräfte im öffentlichen Dienst ist ein geeignetes Instrument, dieses Potenzial für unser Land nutzbar zu machen.

Geben Sie dem Projekt eine Chance!

Vielen Dank!

 
 

Zuletzt geändert am: 27.02.2011