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Rede Andrea Milz am 3.2.2011

 

Antrag der Fraktion der CDU

"Anreize für weibliche Führungskräfte schaffen: Landespreis `Managerin des Jahres´ schaffen"

 

Anrede,

die Geschlechterausgewogenheit in den Führungsgremien der Wirtschaft ist ein erklärtes Ziel der nordrhein-westfälischen Politik.
Das Thema Frauen in Führungspositionen haben wir mehrfach hier und erst kürzlich im Ausschuss für Frauen, Gleichstellung und Emanzipation diskutiert.

Gesprächs- und vor allem Handlungsbedarf - bestehen weiterhin: Ein Frauenanteil in Führungspositionen von nur 11 Prozent - und im Top-Management von sogar nur 4 Prozent - ist höchst unbefriedigend. Dass Frauen insgesamt rund 25 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen, ist ebenso unbefriedigend.

Auch nach unseren gestrigen Debatten besteht Einigkeit bei uns allen darin, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen erheblich gesteigert werden muss.
Meinungsverschiedenheiten auf allen Ebenen und ganz aktuell vorgetragen gibt es jedoch über den Weg, wie die Präsenz von Frauen in Führungspositionen steigen soll.

Einverstanden bin ich mit der gestrigen Entscheidung der Bundeskanzlerin, zur Zeit auf die Quote zu verzichten. Die von ihr benannte „zweite Chance für Unternehmen“ könnte die Berichtspflicht mit konkreter Darstellung der unternehmenseigenen Frauenförderung sein, die die CDU Landtagsfraktion erst kürzlich gefordert hat. Nur mit einer solchen Transparenz wird es gelingen, auf allen Führungsebenen für Frauen etwas zu bewegen. Eine Quote bedient nur die Spitze des Eisbergs. Dies hat das Beispiel Norwegens gezeigt: Quote erfüllt – alle anderen Ebenen gingen leer aus!

Wir setzen auf die Erkenntnis der Wirtschaft, dass Frauenförderung nicht nur der Gleichberechtigung Genüge tut, sondern handfeste Vorteile bringt: So sorgen Frauen für Teamgeist, für eine neue Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch ein anderes Zeitmanagement und für eine neue Sicht auf die Wertigkeit von privaten und dienstlichen Belangen. Die gestrige Ankündigung des Energiekonzerns Eon, den Anteil ihrer weiblichen Führungskräfte zu verdoppeln, geht genau in diese Richtung und lässt hoffen.

Politisch werden wir sehen, wie die Debatte ausgeht – sie ist noch lange nicht zu Ende. Sollten alle „friedlichen“ Bemühungen nicht wirken, wird die Quote kommen.

Was wir heute schon tun können, steht in unserem Antrag: Wir wollen weibliche Führungskräfte stärken und zudem Vorbilder für Nachwuchsmanagerinnen schaffen.
Hierzu eignet sich die Auszeichnung besonders erfolgreicher Managerinnen, und deshalb schlagen wir die Einführung eines Landespreises „Managerin des Jahres“ vor.

Bundesweit gibt es bereits von Wirtschaftsunternehmen gestiftete Auszeichnungen erfolgreicher Unternehmerinnen, wie den „Prix Veuve Clicquot“ oder den „Mestemacher-Preis“.

An diesen Beispielen kann man sich für die Auslobung eines Landespreises „NRW Managerin des Jahres“ orientieren.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Auszeichnung weiblicher Führungskräfte ist auch auf Landesebene praktikabel.

Mit dem Titel „Unternehmerin des Jahres“ würdigt zum Beispiel das Land Berlin hervorragende Leistungen von Unternehmerinnen aus der Hauptstadt.
Den Rahmen für die Preisverleihung bildet der alle zwei Jahre in Berlin stattfindende Unternehmerinnentag mit einem Angebot an Seminaren, Foren und einem Informationsprogramm.
Kofinanziert wird der Berliner Unternehmerinnentag durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

In NRW fehlt auf landespolitischer Ebene eine Auszeichnung, die sich an Unternehmerinnen richtet und dazu geeignet wäre, weibliche Leitbilder für den Führungsnachwuchs zu schaffen.

Daher fordern wir die Landesregierung dazu auf, einen Landespreis „NRW-Managerin des Jahres“ ins Leben zu rufen. Eine Auswahlkommission aus nordrhein-westfälischen Führungskräften könnte diese „NRW-Managerin des Jahres“ küren. Diese Kommission erstellt auch den Kriterienkatalog, den die Landespreisträgerin zu erfüllen hat.

Kernelement dieses Kriterienkataloges muss neben den unternehmerischen Leistungen der Kandidatin auch deren Einsatz für die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern sein.

Wir fordern die Landesregierung zudem dazu auf

  • erstens jährlich einen „NRW-Managerinnen-Tag“ als Informationsveranstaltung und Rahmen für die Preisverleihung durchzuführen
  • zweitens nordrhein-westfälische Unternehmen in die Organisation und Finanzierung des „NRW-Managerinnen-Tages“ sowie des Landespreises mit einzubeziehen
  • und drittens das Projekt „NRW-Managerin des Jahres“ in der Öffentlichkeit zu bewerben.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wir erhoffen uns von dem Projekt „NRW-Managerin des Jahres“ ein wirksames Instrument

  • für die Herausstellung der Kompetenz von Wirtschaftsfachfrauen in der immer noch von Männern dominierten Wirtschaftswelt.
  • für die Förderung einer wirtschaftlichen Kultur, die Frauen und Männer gemeinsam gestalten.
  • und für die Ermutigung von Nachwuchsmanagerinnen durch die Präsentation weiblicher Leit- und Vorbilder.

Geben Sie diesem Projekt eine Chance! Stimmen Sie im Fachausschuss für unseren Antrag!

Vielen Dank!

 
 
 

Zuletzt geändert am: 03.02.2011