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Rede der CDU-Landtagsabgeordneten Andrea Milz
am 19. September 2007

 

„Sprachförderung in der Warteschleife
(Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 11.9.2007

Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen,

nachdem wir uns in den Fachausschüssen darauf verständigt haben, eine Anhörung zum Thema "Sprachstandserhebung/ Sprachförderung" im November durchzuführen, haben wir nun das Vergnügen, schon heute hier zu diskutieren, ohne vorher den externen Sachverstand zu Rate ziehen zu können. Nun gut.

Haben Sie noch die Aktuelle Stunde von heute Morgen im Ohr? Da gab es die Empfehlung aus den Reihen von Bündnis 90/Die Grünen, beim Kibiz noch einmal von vorne, also bei Null anzufangen - wohl wissend, dass dann auch die Bemühungen um eine frühe Förderung von Kindern bei der Sprachausbildung zurückgestellt werden müssten. Hier nun fordert die gleiche Fraktion die Landesregierung auf, sich zu beeilen, damit nun endlich Sprachförderung passieren kann. Ein Widerspruch? Vielleicht nur für Christdemokraten.

Noch in der Landtagsdebatte im Mai 2007 hat Frau Beer, ebenfalls Bündnis 90/Die Grünen, den Minister gefragt, was ihn eigentlich geritten hätte, bei dem Thema und der Entwicklung des Konzeptes überhaupt so eine Eile an den Tag zu legen, um ein Jahr früher mit der Förderung beginnen zu können! Was denn nun - Eile oder Weile?

Zwischen Sommerferienende und Beginn der Herbstferien liegen in NRW in diesem Jahr nur 6 Wochen: 6 Wochen, in denen die Kindergärten alle Hände voll zu tun haben, die neuen Gruppen zu bilden, die kleinen Kinder einzugewöhnen und die Aufgaben des neuen Kindergartenjahres ans Laufen zu bekommen. 6 Wochen sind gar nicht so viel Zeit, dies alles zu bewältigen, es sei denn, man sitzt in Düsseldorf am Schreibtisch und schreibt wohlfeile Anträge.

Die Minister Sommer und Laschet haben das erkannt und in ihrer Pressemitteilung vom 9. August festgehalten - ich zitiere: "Die verstärkte Sprachförderung im Rahmen des Kindergartenbesuchs hat nach den Sommerferien begonnen. Die besonderen Sprachkurse werden vor Ort in Abhängigkeit von der Entscheidung der Eltern nach dem jeweiligen Bedarf eingerichtet und sollen möglichst bereits nach den Herbstferien in allen Landesteilen angelaufen sein." (Zitat Ende) Sind die Herbstferien schon vorbei? Nach meinem Kalender nicht!

Der Antrag spricht zudem davon, dass die Tests schon mit allergeringsten Deutschkenntnissen bestanden werden konnten. Noch im April 2007 hat die Kollegin Beer via Pressemitteilung die Befürchtung geäußert, dass Kinder mit der Situation überfordert sein könnten und dass daher in manchen Schulamtsbezirken fast doppelt so viele Kinder in der zweiten Stufe des Verfahrens gelandet sind als geplant. Auch die fremde Umgebung bei der zweiten Stufe wurde mit der Befürchtung verbunden, dass dies die Ergebnisse verfälschen würde - ja was denn nun: War die Aufgabe für die Kinder nun schwer oder leicht?

Als dritter Punkt wird moniert, dass die Kindertagesstätten nun gezwungen seien, die Sprachförderung zu verschieben oder kurzfristig eigene Konzepte anzuwenden. Wo ist denn hier das Problem? Gerade die Opposition hat bei jeder Gelegenheit betont, dass Sprachförderung schon immer Auftrag der Kitas war, dass viele auf diesem Gebiet hervorragende Arbeit leisten und daher gar nicht aufs Pferd gesetzt werden müssten - das alles ist wahr mit dem Unterschied, dass die Einrichtungen unter rot-grün dafür nicht genügend Geld bekommen haben. Und nun wollen Sie gerade aus diesem Punkt eine Anklage formulieren, warum Sprachförderung ins Stocken geraten sollte? Tut mir Leid, verstehe ich nicht.

Die CDU-Fraktion wird - wie das bei uns so üblich ist - die Anhörung mit Aufmerksamkeit verfolgen, diese dann auswerten und zu Verbesserungsvorschlägen am Verfahren kommen, sollte sich dies als notwendig erweisen. Auch die Minister haben ja bereits erkennen lassen, dass sie sich diesen Veränderungen nicht verschließen werden.

Und so stimmen wir der Überweisung in den Fachausschuss zu, hoffen auf Erkenntnisgewinn aus der Anhörung und im Anschluss dann auf gute Beratungen.

Vielen Dank!

 
 

Zuletzt geändert am: 18.12.2010