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Rede zum Antrag "Familienfreundlichkeit der Landesverwaltung ausbauen" Düsseldorf, 7. März 2007
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen,
Mit gutem Beispiel vorangehen! Das wird immer wieder gerne gesagt, aber nicht immer gerne getan. Die Koalitionsfraktionen haben sich im vergangenen Jahr bereits mit der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beschäftigt. Nun ist es ein leichtes, für solche Maßnahmen zu werben - bei anderen. Die eigene Glaubwürdigkeit wird dadurch jedoch erst einmal nicht befördert. Wenn wir wollen, dass alle Unternehmen in unserem Lande eine familienfreundliche Personal- und Arbeitsorganisation umsetzen, dann muss die Politik - wenn Sie Ernst genommen werden will - selber mit gutem Beispiel vorangehen. Und so haben wir uns parallel zu unseren Bemühungen, Unternehmen zu sensibilisieren, Gedanken gemacht, was wir hier im Düsseldorfer Landtag tun können. Soweit ich weiß, hat sich außer Nordrhein-Westfalen bisher nur der Landtag von Rheinland-Pfalz auf den Weg gemacht, seine Familienfreundlichkeit in den Vordergrund zu stellen. Ihm wurde im November 2006 das Grundzertifikat zum audit "berufundfamilie" erteilt. In der Begründung, warum sich der Landtag von Rheinland-Pfalz zu dem Schritt, eine Zertifizierung zu beantragen, entschlossen hat, heißt es: "Der Landtag Rheinland-Pfalz möchte sein Angebot familienbewusster Maßnahmen ausbauen und weiterentwickeln, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern sowie ihre Motivation und Arbeitszufriedenheit zu erhöhen. Mittels einer nachhaltigen familienbewussten Personalpolitik möchte der Landtag Rheinland-Pfalz im eigenen Bereich mit gutem Beispiel vorangehen." Dem kann ich mich hier nur anschließen und heute für den vorliegenden Antrag werben. Die Förderung der Balance von Familie und Beruf sowie die Förderung von Müttern und Vätern auch im öffentlichen Dienst lohnen sich. Es ist ein Teil der gesellschaftlichen Verantwortung, allen Menschen - unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft - die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung und Sinnerfüllung in der Arbeitswelt zu geben. Direkt Begünstigte einer verbesserten Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die nicht nur bei der alltäglichen Koordination ihrer Lebensentwürfe entlastet werden, sondern denen hierdurch auch eine kontinuierliche Erwerbsbiografie und verbesserte berufliche Entwicklungsperspektiven ermöglicht werden. Zum zweiten profitiert der Staat, der nicht nur bei der Umsetzung seiner sozialpolitischen Aufgaben unterstützt wird, sondern durch die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung höhere Steuereinnahmen und Sozialbeiträge erhält. Als dritte Gewinner stehen zunehmend auch die Arbeitgeber im Blickpunkt, bei denen neuere Forschungen verstärkt darauf hindeuten, dass durch eine mitarbeiter- und familienorientierte Personalpolitik Wettbewerbsvorteile und Kosteneinsparungen erzielt werden können. Wenn wir dies alles als Auftrag begreifen, sind die Themen, denen sich die Landtagsverwaltung und die Fraktionen nun widmen müssen, schnell klar: Die Bandbreite der Angebote, die zu prüfen sind,
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Sie kennen alle den Grundsatz "Führen durch Vorbild": Nur wer die Maßstäbe, die er an andere legt, auf sich selbst ebenso anwendet, erreicht Glaubwürdigkeit. Das, was die bereits zertifizierten Unternehmen geschafft haben, ohne dass die Politik ihnen hier Vorgaben gemacht hätte, sollte uns auch möglich sein. Und, wenn ich mir diese Bemerkung am Schluss noch erlauben darf, was Rheinland-Pfalz kann, das können wir doch schon lange, oder? Also, packen wir es an! |
Zuletzt geändert am: 18.12.2010 |